Erste Anfänge nach dem 2. Weltkrieg

Bereits in den ersten Tagen nach dem Ende des zweiten Weltkrieges wurden leistungsstarke Forschungsgruppen in Saint-Louis angesiedelt.

 Luftaufnahme des LRSL 1949Professor SCHARDIN, ein renommierter deutscher Wissenschaftler, war mit seinem Forschungsinstitut der Technischen Akademie der Luftwaffe von Berlin nach Biberach an der Riss ausgelagert worden. Ende Mai 1945 wurde er eingeladen, sich mit seinen Wissenschaftlern in Saint-Louis niederzulassen, um für Frankreich zu arbeiten.

Damals wurde dies nur als vorübergehende Lösung betrachtet. Die Originalität und die Qualität der Arbeiten wie auch die dabei gezeigte Einsatzfreude führten jedoch dazu, dass die Forschungstätigkeit sogar noch ausgeweitet wurde. Aus der anfänglichen Zweigstelle des "Laboratoire Central de l'Armement" unter der Leitung von Chef d'Escadron CASSAGNOU entstand das "Laboratoire de Recherches de Saint-Louis " (LRSL).

eine neuartige Form der deutsch-französischen Zusammenarbeit

Als die Bundesrepublik Deutschland Mitte der fünfziger Jahre die Bundeswehr aufbaute, arbeiteten die besten deutschen Wissenschaftler auf wichtigen Gebieten der Rüstungsforschung ausschließlich im Dienste der französischen Verteidigung.

Unterzeichnung des deutsch-französischen Abkommens über das ISL Professor SCHARDIN und Ingénieur Général de l'Armement CASSAGNOU schlugen vor, die wissenschaftliche Forschung binational fortzusetzen. Dieses wurde am 31. März 1958 zwischen den beiden Staaten in einem Abkommen vereinbart, mit dem das ISL seine Tätigkeit am 22. Juni 1959 auf einer bereits stabilen Grundlage aufnehmen konnte.

Das ISL wurde als ein einheitliches binationales Forschungsinstitut mit eigener Rechtspersönlichkeit gegründet. Seine Gründung nahm die deutsch-französische Annäherung voraus, die durch den Freundschaftsvertrag von 1963 feierlich bekräftigt und seither in der Politik der beiden Staaten stetig bekundet wird. Die Personalstärke stieg binnen 10 Jahren auf 460 Mitarbeiter beider Nationalitäten.