Die EDA entscheidet sich für das „PILUM“-Konsortium, ein disruptives Forschungsprojekt zur innovativen, elektromagnetischen Schienenkanone

Im Zuge einer Ausschreibung der Europäischen Verteidigungsagentur (EDA) im Jahr 2019 wurde das „PILUM“-Konsortium (Projectiles for Increased Long-range Effects Using Electro-Magnetic railgun) ausgewählt, um ein Forschungsprojekt zur elektromagnetischen Schienenkanone durchzuführen.

Das Projekt wird zwei Jahre dauern und will nachweisen, dass eine Schienenkanone dieses Typs Hochgeschwindigkeitsprojektile über mehrere hundert Kilometer und mit hoher Präzision verschießen kann. Mit PILUM soll konkret gezeigt werden, dass elektromagnetische Schienenkanonen das Potenzial haben, einen disruptiven Technologiewandel im Bereich der Artillerie-Unterstützung über große Entfernungen zu vollziehen. Im Vergleich zu den bisherigen Pulverkanonen kann diese neue Technologie in der Tat Geschwindigkeiten im Hyperschallbereich erreichen, welche zu einer Verfünffachung der heute erzielten Reichweiten führt.

Überlegene Technologie

Eine sogenannte „Schienenkanone“ kann Projektile mit deutlich höheren Mündungsgeschwindigkeiten als chemisch betreibene Kanonen verschießen. Die dafür verwendeten elektromagnetischen Kräfte werden durch die Einspeisung von sehr hohen Strömen in elektrisch leitfähige Schienen generiert. Nach der Validierung des Konzepts anhand von Simulationen und Experimenten werden im Rahmen des Projekts auch die Möglichkeiten einer Integration in Landfahrzeuge und Schiffe untersucht. Das Projekt ist der nächste, große Schritt hin zur Entwicklung eines Demonstrators in Originalgröβe in den nächsten Jahren. Darüber hinaus wird über Konzepte für zukünftige Anwendungen nachgedacht. Diese bahnbrechende Technologie stellt einen wichtigen Vorteil für die Streitkräfte dar: Durch die drastische Erhöhung der Schussdistanz wird die Gefährdung der eigenen Landfahrzeuge, Schiffe und Mannschaften deutlich verringert.

Stärkung der strategischen Autonomie Europas

Dank seiner technischen Überlegenheit wird dieses neue Konzept einen wesentlichen Beitrag zur Stärkung der strategischen Autonomie Europas leisten. Es ermöglicht darüber hinaus Fortschritte in vielen verschiedenen Technologiebereichen, beispielsweise in der Aerodynamik, Projektil-Technologie, Werkstofffestigkeit sowie in der Speicherung und Konvertierung von Energie. Außerdem können Erkenntnisse über verschiedene elektrische und elektromagnetische Phänomene für spätere Forschungsprojekte genutzt werden.

Deutsch-Französisches Forschungsinstitut Saint-Louis (ISL) koordiniert Konsortium

Das "PILUM“-Projekt ist Teil der Vorbereitenden Maßnahme im Bereich Verteidigungsforschung (Preparatory Action on Defence Research, PADR), das von der Europäischen Kommission finanziert und von der Europäischen Verteidigungsagentur organisiert wird.

Neun Partner aus fünf europäischen Ländern kommen in diesem Konsortium zusammen. Jeder von ihnen trägt mit seiner Expertise in den industriellen, technologischen und wissenschaftlichen Gebieten zu diesem Projekt bei:

• Das Deutsch-Französische Forschungsinstitut Saint-Louis (ISL), europaweit führend im Bereich der elektromagnetischen Beschleunigung, koordiniert das Projekt.
• Das Von Karman Institut (Belgien), das sich auf Forschung in den Bereichen Fluiddynamik und Strömungsmechanik spezialisiert hat.
• Die Systemintegratoren Naval Group und Nexter Systems (Frankreich).
• Die Industriefirmen aus dem Munitionsbereich Diehl Defence (Deutschland) und Nexter Munitions (Frankreich).
• Explomet (Polen), ein KMU, das sich im Bereich des Sprengplattierens von Metallen spezialisiert hat.
• ICAR (Italien), Hersteller von elektrischen Kondensatoren mit hoher Energiedichte.
• Erdyn Consultants (Frankreich), Experte in der Organisation europäischer Gemeinschaftsprojekte.

Wiederaufnahme sämtlicher Forschungstätigkeiten an den ISL-Standorten unter Einhaltung strikter Hygienemaβnahmen ab Montag, 4. Mai 2020

Nachdem das Deutsch-Französische Forschungsinstitut Saint-Louis (ISL) am Mittwoch, 18. März seine Standorte in Saint-Louis und Baldersheim geschlossen hatte, konnte ab Montag, 6. April die Arbeit schrittweise wieder aufgenommen werden. Seit Montag, 4. Mai 2020 findet nun der Betrieb wieder vollständig an beiden Standorten statt.

Die Gesundheit an erster Stelle

Für das Institut hat die Gesundheit seiner Mitarbeiter und ihrer Angehörigen die höchste Priorität. Durch enge Zusammenarbeit mit dem Betriebsarzt und dank der konstruktiven Unterstützung der Personalvertreter im Ausschuss für Hygiene und Arbeitssicherheit konnten Hygienemaßnahmen erarbeitet werden, welche den hohen deutschen und französischen Standards entsprechen. Diese Maßnahmen wurden im Laufe der letzten Wochen schrittweise umgesetzt. So konnte ihre Effektivität bestätigt werden.

Notwendigkeit die Forschung in vollem Umfang wieder aufzunehmen

Unsere wissenschaftlichen Gruppen haben die vergangenen Wochen genutzt, um sich mit ihren Partnern und Kunden auszutauschen, um jüngste Versuchsergebnisse auszuwerten und um zukünftige Versuchsprogramme vorzubereiten. Aber die Vielfalt der Innovationen und des Know-Hows des ISL beruht auf den Forschungstätigkeiten und den komplexen Simulationen, die nur an den Standorten durchgeführt werden können.

Mit Verantwortung und Engagement

 „Ob von zu Hause aus oder vor Ort als Krisenstab, wir waren alle entschlossen, sämtliche Widrigkeiten mit Enthusiasmus zu überwinden. Denn gerade dieser Enthusiasmus ist eines der Markenzeichen unseres Unternehmergeistes“, betonen Christian de Villemagne und Dr. Thomas Czirwitzky, die Direktoren des ISL. „Gemeinsam übernehmen wir Verantwortung und bleiben aufmerksam. Wir sind entschieden, unsere Partner und Kunden im Bereich der Sicherheit und Verteidigung weiterhin im vollen Umfang zu unterstützen."

 Video zur Wiederaufnahme des Betriebs am ISL « WE are back on-site … for YOU!”

 

Kontakt
Vivienne Gaskell
Leiterin Kommunikation
Deutsch-Französisches ForschungsInstitut Saint-Louis (ISL)
T : + 33 (0)3 89 69 50 20
E : Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
www.isl.eu

 

Saint-Louis, 06. April 2020

Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen,
wir haben die traurige Plicht Ihnen mitzuteilen, dass der Bürgermeister der Stadt Saint-Louis, Jean-Marie Zoellé, heute im Gemeinschaftskrankenhaus St. Petrus in Bonn verstorben ist. Er wurde auf Grund seiner durch den Corona-Virus verursachten schweren Atemwegserkrankung am 28. März 2020 von Mulhouse nach Bonn verlegt.

Bürgermeister Zoellé war ein ständiger Begleiter und aufrichtiger Unterstützer unseres Instituts. Er hatte immer ein offenes Ohr für unsere Belange und hat sich stets für eine starke Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Frankreich eingesetzt.
Wir werden ihn stets in Erinnerung behalten und drücken seiner Familie unsere aufrichtige Anteilnahme aus.

Thomas Czirwitzky            Christian de Villemagne