Das deutsch-französische Forschungsinstitut Saint-Louis – kurz ISL genannt -  ist in seiner binationalen Form die einzige Forschungseinrichtung für Verteidigungs- und Sicherheitsforschung, die direkt zwei Staaten unterstellt ist. Für die Bundesrepublik ist hierfür im Auftrag des Verteidigungsministeriums die Abteilung Ausrüstung zuständig. Auf französischer Seite ist dies die neugeschaffene Agentur für Innovation „Agence d’innovation défense“. Dem Willen folgend, auch im Zuge der Aachen Verträge die deutsch-französische Zusammenarbeit zu stärken und zu intensivieren, besuchte der Abteilungsleiter nun „sein deutsch-französisches Institut“, um vor Ort zu sehen, wie die nun schon 60 Jahre bestehende Zusammenarbeit im Alltag funktioniert. Ziel ist es, Schlüsse aus den Erfahrungen und Besonderheiten dieses Modells ISL zu ziehen sind, um diese als Chance und als Basis für neue Lösungsansätze zu nutzen.

Vizeadmiral Stawitzki nahm sich deshalb viel Zeit für den Meinungsaustausch mit dem Personal sowohl beim Gespräch mit dem Führungspersonal des ISL  als auch bei den Laborbesuchen mit den Vortragenden und dem anschließenden runden Tisch mit ausgewählten deutschen Mitarbeitern.  In der Tischrunde waren sowohl langjährige Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen aus Verwaltung, Technik und Wissenschaft vertreten als auch junge Doktoranden, IngenieurInnen und WissenschaftlerInnen mit Festanstellung und befristeten Verträgen beteiligt. „Damit ein Forschungsinstitut wie das ISL dauerhaft innovative Arbeit in Spitzenstellung leisten kann, brauche es einen kompetenten Personalstamm, die junge Akademiker in die Arbeit einbinden, die aber auch bereit sein müssten, alte Zöpfe abzuschneiden und neue Wege zu beschreiten.“ Mit diesem Satz beschrieb VAdm Stawinski die Herausforderungen eines Forschungsinstituts.

Von den verschiedenen wissenschaftlichen Stationen, angefangen bei Entwicklung von Laserquellen und neuen Waffensystemen wie der elektrischen Kanone, über die Steuerung und Lenkung von Geschossen sowie die Leistungssteigerung von Sprengstoffen, bis hin zum Schutz gegen ballistische Bedrohungen und Sprengladungen, nahm Vizeadmiral Stawitzki einen Eindruck der vielschichtigen und tiefgreifenden Forschungsarbeit des Instituts mit und versprach bald wieder zu kommen. Ins Gästebuch des ISL schrieb er: „Alles, was ein Mensch sich vorstellen kann, werden andere Menschen verwirklichen“ (Jules Vernes). „Ich bedanke mich für einen großartigen Tag am ISL, an dem ich ein hoch professionelles und motiviertes Team erleben durfte, das sich der Sicherheit unserer Streitkräfte verschrieben hat.“.